Karl der Große starb am 28. Januar 814 in seiner Pfalz zu Aachen, nachdem er die Grenzen des Frankenreiches zu ihrer größten Ausdehnung gebracht hatte und beinahe ganz Mittel- und Westeuropa seiner Macht unterworfen hatte. Dem Karolinger wurde als erstem westeuropäischen Herrscher seit den römischen Kaisern wieder die Kaiserwürde angetragen.
Die Ausstellung „Karl der Große. 1200 Jahre Mythos und Wirklichkeit“ zeichnet das Bild dieser aus der europäischen Geschichte herausragenden Figur anhand von vier Themenbereichen nach; eine Abfolge der Rezeption Karls des Großen vom Kunsthandwerk über Reformen, verschiedene Literaturauffassungen in Frankreich und Deutschland, den Historismus, die Kaiserzeit, die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus und dem heute noch währenden Kult um seine Person. Herausragende Stücke der Ausstellung sind der Gero-Codex (um 970) oder zwei Elfenbeintafeln aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts
Das Museum setzt bei den Exponaten auch auf Film- und Tondokumente aus der Zeitgeschichte: Im Nationalsozialismus wurde Karl der Große zum einen als deutscher Kaiser betrachtet, zum andern wurde er wegen der Tötung tausender von Sachsen als „Sachsenschlächter“ bezeichnet. Dennoch nahm der Karolinger im Nationalsozialismus bald eine Vorbildfunktion ein, so wurde auch eine SS-Division französischer Freiwilliger nach ihm benannt.
Die Ausstellung „Karl der Große“ wird noch bis zum 25. Januar 2015 im Hessischen Landesmuseum Darmstadt zu sehen sein.





