Der Essay beginnt mit der Pest im 14. Jahrhundert und rast im Eiltempo durch die Jahrhunderte bis in die Gegenwart. Die Geschichte Europas erscheint dabei als eine fast ununterbrochene Abfolge von Gewalt, Hungersnöten und Seuchen, denen die Menschen durch Religion, Wissenschaft oder Verschwörungstheorien zu begegnen suchten. Dabei kann man einiges lernen, aber die im Titel angekündigten Lektionen bleiben etwas im Hintergrund. In einer Endzeit – so das Fazit – lebten wir derzeit noch nicht, aber in einer Entscheidungszeit, in der es darum gehe, eine Politik der Nachhaltigkeit durchzusetzen, bevor es zu spät sei. Der flotte Essay informiert über die Formen des Umgangs mit Katastrophen oder Endzeitvorstellungen und alarmiert, ohne selbst in Fatalismus zu verfallen.
Rezension: Dr. Sebastian Rojek
Hartmut Lehmann
Apokalypsen
Lektionen aus vergangenen Katastrophen. Unter Mitarbeit von Lukas Lehmann
Wallstein Verlag, Göttingen 2025, 192 Seiten, € 24,–





