Jeffrey Schwartz von der University of Pittsburgh hat nun Knochen aus 348 Urnen des Kinderfriedhofs untersucht und kommt zu interessanten Ergebnissen: Er konnte an den Knochen keinerlei Spuren von Gewaltanwendungen entdecken, dazu brachte eine vergleichende Analyse von 70 Skeletten ans Licht, dass 38 von 70 Verstorbenen nicht etwa Jungen, sondern Mädchen waren. Schwartz fand außerdem heraus, dass sehr viele Kinder bereits zwischen dem zweiten und dem fünften Lebensmonat verstorben waren, Hinweis auf die in der Antike übliche hohe Kindersterblichkeit. Am meisten aber spricht gegen die Kinderopfer-These der Befund, dass 20 Prozent der Kinder Totgeburten waren. So diente Tophet wohl lediglich der Bestattung von Kindern, die noch nicht in die Gemeinschaft hatten aufgenommen werden können, und die Mär vom Kinderopfer ist nichts als römische Propaganda.





