Ein reich illustrierter Führer zu ausgewählten Fundstätten liegt nun in Form des Sammelbands „Kelten an Hoch- und Oberrhein“ vor. Elf namhafte Autoren geben in kurzen Beiträgen einen wissenschaftlich fundierten, differenzierten und kritischen Einblick in die keltische Lebenswelt und porträtieren in einem zweiten Teil besonders lohnenswerte Fundstellen.
Angefangen mit der Frage, warum eine Beschäftigung mit den Kelten überhaupt sinnvoll ist, werden typische Siedlungsstrukturen der Kelten und ihre handwerklichen Fähigkeiten erläutert. Beiträge zum Menschen- und Tierbild in der keltischen Kunst, dem Handel, Münzen sowie Münzschätzen schließen sich an. Die Beiträge überzeugen durch Prägnanz und einen durchgängigen flüssigen und lockeren Stil. Dank eines sehr hilfreichen Glossars sind sie auch für den Laien verständlich.
Die Fundstellenporträts haben einen Umfang von wenigen Seiten. Sie erläutern die Situation vor Ort mittels detaillierter Karten und Fotos. Die Grabungsgeschichte, eine zeitliche Einordnung der Fundstelle und ausgewählte Exponate in Abbildung geben einen anschaulichen Eindruck der Stätten wieder. Alle porträtierten Fundstellen befinden sich im Schwarzwaldgebiet bzw. im Hoch- und Oberrheingebiet.
Eine Zeittafel hilft bei der Orientierung und ein umfangreiches Literaturverzeichnis bietet die Möglichkeit weiterführende Studien zu unternehmen. Leider gibt es kein Register, was bei dem geringen Umfang des Bandes jedoch zu verschmerzen ist.
Rezension: Sommer, Christopher





