Manchen Männern wurden Waffen mit ins Grab gelegt. Die Forschenden vermuten deshalb, dass es sich dabei um Krieger handelte. Diese Skelette wiesen besonders hohe Werte an tierischen Proteinen auf. Auch bei alten Menschen waren die Werte leicht erhöht. Grundsätzlich war die Basis der Ernährung allerdings für die gesamte Bevölkerung pflanzlich, Fisch wurde anscheinend nicht konsumiert.
Insgesamt fand man 220 reich ausgestattete Gräber. „Ziel des Projektes war es, Informationen über Ernährung, Migrationsverhalten und soziale Stellung der Menschen damals zu erhalten“, sagt Sandra Lösch, Leiterin der Abteilung Anthropologie der Universität Bern. Sie und ihr Team untersuchten die Skelette des Gräberfelds. Mittels Massenspektrometer konnten die Forschenden die Isotopenverhältnisse von Kohlenstoff, Stickstoff und Schwefel in den Knochen bestimmen. Laut Lösch waren auch Knochen von Kindern darunter, jedoch zu wenige, um über deren Ernährungsgewohnheiten statistisch signifikante Aussagen zu treffen.
Die Zeit um das 4. und 3. Jahrhundert vor Chr. war durch Migrationen keltischer Gruppen aus dem Gebiet nördlich der Alpen gekennzeichnet. Keltische Kriegerverbände drangen bis nach Rom vor, plünderten und verwüsteten die Stadt. Die in Münsingen bestatteten Männer könnten Teil einer Kriegerelite gewesen sein, wie Sandra Lösch sagt: „Die Produktion tierischer Nahrungsmittel verschlingt mehr Ressourcen als jene pflanzlicher Nahrung. Fleisch wurde deshalb vor allem von Individuen in höheren sozialen Stellungen konsumiert“.
Den Erkenntnissen der Forschenden nach war die Münsinger-Gruppe eine relativ homogene Gemeinschaft, es gab nur wenige Zuzügler. Die Daten weisen auch auf eine Veränderung der Nahrungszusammensetzung in den späteren Phasen des Gräberfeldes hin. Klimatische Schwankungen könnten damals die Vegetation beeinflusst haben, was sich in der Ernährung der Bevölkerung bemerkbar machte.
Als nächstes möchten die Wissenschaftler andere keltische Gräberfelder aus der Schweiz untersuchen. Unter anderem wollen sie Vergleiche zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen durchführen und nach regionalen Unterschieden und Gemeinsamkeiten suchen. Die Analysen werden vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert.





