Bei den Münzen handelt es sich dem Oberösterreichische Landesmuseum zufolge um sogenannte „Muschelstater”. Die leicht konkav-konvexe Form hat dem charakteristischen Münztypus diesen Namen eingebracht. Jede der 44 Goldmünzen hat ein Einzelgewicht von etwa 7,5 Gramm. Sie zeigen kein Prägebild, sondern lediglich buckelförmige Erhebungen, die aus wiederholter Nachbearbeitung durch Prägestempel entstanden sind.
Die Muschelstater wurden im Gebiet der Boier im heutigen Böhmen hergestellt und gelangten wohl durch die Handelsbeziehungen in die einstige Siedlung am Fundort Neubau, erklärt das Landesmuseum. Boische Muschelstatere waren bislang in Oberösterreich nur als Einzelfunde bekannt. Der nun entdeckte Schatz bestand hingeben aus Münzen, die dicht neben- und aufeinander lagen. Dies deutet drauf hin, dass sie sich einst in einem Beutel befunden haben. Obwohl nichts über den genauen Gegenwert zur damaligen Zeit bekannt ist, scheint klar, dass die Münzsammlung einen erheblichen Wert besessen haben muss. Warum und unter welchen Umständen das Vermögen verborgen und nicht mehr behoben oder gar verloren wurde, wird sich wohl niemals klären lassen.
Spuren einer geheimnisvollen Siedlung
Es handelt sich bei dem Fund allerdings um einen klaren Hinweis auf die Bedeutung der Fundstätte Neubau. Bereist seit 1939 ist bekannt, dass sich hier am Ende der Eisenzeit eine Siedlung befunden haben muss. In der Zwischenzeit sind immer wieder Funde aufgetaucht und es gab auch bereits gezielte Grabungen. Durch geplante Bauarbeiten auf dem Areal entschloss man sich nun erneuten zu einer archäologischen Untersuchung unter der Leitung des Landesmuseums. Die in früheren Jahrzehnten gewonnenen Erkenntnisse zur Siedlung Neubau konnten dadurch bereits bestätigt und erweitert werden.
Zahlreiche archäologische Befunde, wie Reste von Grubenhäusern, Pfostenlöcher oder Gräben weisen auf eine planmäßig angelegte Großsiedlung hin. Das Fundspektrum runden bereits hochwertige Keramiken, Schmuckgegenständen, Werkzeuge und Einzelmünzen ab. Die Fundstelle Neubau ist seit Jahrzehnten auch ein bekanntes und beliebtes Ziel privater Metallsondengänger. Umso glücklicher ist der Umstand, dass der aktuelle Schatzfund nun im Rahmen einer vom Landesmuseum beauftragen Grabung ans Licht kam.
Durch die zahlreichen Funde zeichnet sich nun immer klarer ab, dass Neubau an der Traun im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. ein regional und international vernetztes Zentrum gewesen sein könnte. Es handelt sich dabei um eine ausgesprochen interessante Zeit, zu der es noch viele offene Fragen gibt. Funde aus Neubau könnten dem Landesmuseum zufolge spannende Einblicke in die Übergangsphase von der Späteisenzeit zur Römerzeit gewähren.





