Er geht es an, indem er als Ausgangspunkt die Raumordnung des südlich der Sahara gelegenen Afrika und als Zielpunkt die Erinnerungskultur nimmt. Das erste der vier Hauptkapitel, denen jeweils eine Zeittafel vorangestellt ist, befasst sich mit der Zeit bis etwa 1800, untersucht Formen gesellschaftlicher und politischer Organisation, wirtschaftliche und demographische Entwicklungen, Religion und Kultur sowie Kontakte mit dem christlich-europäischen und dem islamisch-vorderasiatischen Raum. Zur Sprache kommen die verschiedenen Formen des Sklavenhandels und der Sklaverei mit ihren teilweise durchaus widersprüchlichen Auswirkungen auf die betroffenen afrikanischen Regionen.
Der zweite Hauptteil untersucht den beschleunigten Wandel des „langen 19. Jahrhunderts“ als ein komplexes, sich gegenseitig bedingendes Geflecht äußerer und innerer Faktoren. Nach einer Phase umfangreicher Wanderungsbewegungen, dem zunehmenden Einfluss des Islams und des Christentums, der Herausbildung neuer politischer Formationen sowie einer wachsenden Ethnisierung der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse steht am Ende der Periode die weitestgehende Aufteilung des Kontinents unter die imperialistischen Mächte Europas.
Der dritte Hauptteil analysiert sowohl die Prinzipien und Realitäten europäischer Dominanz in Afrika als auch die Auswirkungen auf die afrikanischen Gesellschaften und deren Reaktionen. Der letzte Hauptteil schließlich umfasst die nachkoloniale Zeit, vom Entkolonialisierungsprozess der 50er und 60er Jahre bis zur „Wende“ der 90er Jahre. Insgesamt bietet Speitkamps Buch eine solide Einführung und vermag den Erwartungen, die an eine „kleine Geschichte“ eines ganzen Kontinents gerichtet werden können, durchaus gerecht zu werden.
Rezension: Koller, Christian





