Der Wahrheitsgehalt dieser Legende ist strittig. Aber es gibt Indizien, die dafürsprechen. Denn für den Frankenherrscher lag es nahe, seine Expansion Richtung Italien durch die Gründung eines strategisch platzierten Klosters abzusichern – dieses spiegelte seine religiösen Überzeugungen wider, förderte Bildung und Zusammenhalt in der Region und diente der Verwaltung des Reichs. Auch der kurz vor 800 entstandene prachtvolle Freskenzyklus in der Klosterkirche gibt einen Fingerzeig, dass Müstair für den König einen hohen Stellenwert besaß: Offenbar sollten dort Kunst und Wissenschaft systematisch gefördert werden.





