Als Bonifatius ein Jahr später die Gründung besuchte, die nach dem nahen Fluss inzwischen Fulda genannt wurde, konnte er bereits auf eine Vielzahl fertiggestellter Gebäude und eine vielköpfige Mönchsschar blicken, die sich dort unter ihrem ersten Abt Sturmi versammelt hatte. Bonifatius unterwies die Brüder in der richtigen monastischen Lebensweise auf der Basis der Benedikt-Regel. Als die Kunde vom Märtyrertod des Bonifatius 754 Fulda erreichte, setzte sich Abt Sturmi dafür ein, den sich in Mainz befindenden Leichnam in sein Kloster Fulda überführen zu lassen. Als letzte Ruhestätte des Heiligen, dessen Grab‧lege bald Pilgerströme anlockte, und als wichtiger Stützpunkt für die Sachsenmission wurde Fulda zu einem herausragenden geistig-kulturellen Zentrum im Frankenreich und einem der bedeutendsten Klöster des Frühmittelalters. Sturmi bestattete man ebenfalls in Fulda; er wurde schon kurz nach seinem Tod 779 als Heiliger verehrt.





