Das Hauptaugenmerk liegt auf verschiedenen Herrschergestalten und den von ihnen kontrollierten Gebieten; daß der alte Orient aber keineswegs nur die Monarchie als Regierungsform kannte, sondern immer wieder auch demokratische Institutionen die Geschicke des Staates lenkten, wird leider nicht thematisiert. Neben alten Bekannten wie Gilgamesch von Uruk, Hammurabi von Babylon und den assyrischen Königen werden auch solche Persönlichkeiten ins Rampenlicht gestellt, von denen außerhalb der kleinen Gemeinde der Spezialisten kaum jemand je gehört haben wird: So werden etwa die elamischen Könige Kutik-Inschuschinak (3. Jahrtausend) und Untasch-Napirischa (2. Jahrtausend) behandelt, deren eindrucksvolle Hinterlassenschaften in Iran entdeckt wurden und heute zum Teil im Louvre ausgestellt sind.
Überhaupt ist es die große Stärke des Buchs, daß die iranischen Hochkulturen zusammen mit den Zivilisationen des Zweistromlandes und Anatoliens behandelt werden und so dem Leser bei der Lektüre immer wieder Parallelen, aber eben auch Unterschiede bewußt werden: Die Idee eines unveränderlichen, einförmigen alten Orients kann da schwer aufkommen. Eine chronologische Tabelle und weiterführende Literaturangaben runden den schön gestalteten Band ab.
Rezension: Radner, Karen





