Das Kollegium Jüdische Studien (KJS) ist fächerübergreifend organisiert und administrativ angebunden an das Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Als Forschungseinrichtung widmet sich das KJS der Entwicklung wissenschaftlicher Studien zum Thema jüdische Kultur, Philosophie und Geschichte in Deutschland, mit einem Schwerpunkt zur Dokumentation der Geschichte und Kultur des Berliner Judentums. Der Fokus liegt dabei auf jüdischem Leben in Berlin und Preußen seit dem späten 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Hier fand die jüdische Aufklärungsbewegung statt, die mit ihrer Forderung nach bürgerlicher Gleichstellung zum Ausgangspunkt für die Haskala wurde, die untrennbar mit Namen wie Moses Mendelssohn, David Friedländer oder Hermann Cohen verbunden ist. Aus ihrem aufklärerischen Wirken erwuchs ein neues jüdisches Selbstverständnis, das in der „Wissenschaft des Judentums“ seinen akademischen Höhepunkt fand und Wirkungsmacht über die Grenzen Deutschlands hinaus entfaltete.
Durch interdisziplinäre Forschungsprojekte sowie zusätzliche Lehrveranstaltungen, Vortragsreihen, Konferenzen und einer strukturierten, fächerübergreifenden Doktorandenausbildung will das KJS diesem Themenfeld zu einer verstärkten wissenschaftlichen Wahrnehmung verhelfen.





