Am 10. Februar 1962 hatte Wirtschaftsminister Ludwig Erhard in einem Radiointerview des NDR erstmals eingeräumt, dass es ein großes „Bedürfnis nach einer besseren Markttransparenz, nach einer Aufklärung und Unterrichtung des Verbrauchers“ gebe. Die Gründung eines staatlichen Warentest-Instituts lehnte er jedoch kategorisch ab: „Der Staat kann sich interessieren an einer solchen Einrichtung, aber ich möchte beileibe keine staatliche Einrichtung dieser Art schaffen wollen!“
Die Argumente für die Gründung einer Einrichtung, die Produkte nach objektiven Kriterien prüft und testet, lagen auf der Hand: Die Bürger sollten ihr hart verdientes Geld nicht dem erstbesten Marktschreier hinterherwerfen, sondern in einem rationalen Prozess das bestmögliche Produkt auswählen und so gleichzeitig die Produzenten dazu bewegen, die bestmögliche Qualität zu liefern und ihre Produkte stetig zu verbessern. Auch Ludwig Erhard war ein Verfechter der Maxime, dass rationaler Konsum zu rationaler Produktion führe und so zum optimalen Funktionieren des Marktes und zur Steigerung des Wohlstands beitrage. Direkte staatliche Eingriffe in den Markt lehnte er jedoch strikt ab.





