Um das Alter des frühmittelalterlichen Pergamentes zu eruieren, wurde die Analyse der dem Fragment entnommenen Probe vom Institut für Ionenstrahlforschung der ETH Zürich mithilfe der Radiocarbonmethode durchgeführt. Dabei macht man sich den besonderen Umstand zunutze, dass der Kohlenstoff in organischen Materialien einen geringen Anteil radioaktiver C14-Isotope enthält, die zeitabhängig zerfallen. Der heutige C14-Anteil des Kohlenstoffs in einem Objekt gibt Forschern daher indirekt Aufschluss über dessen Alter.
Im Besitz der Tübinger Universitätsbibliothek befinden sich noch weitere Koranfragmente. Im Rahmen des Projekts Coranica hatte ein Mitarbeiter auch die Proben der neudatierten Handschrift entnommen. Das Kooperationsprojekt der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres Paris und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der französischen Agence Nationale de la Recherche (ANR) gefördert und beschäftigt sich mit der Neukontextualisierung des Koran vor seinem historischen Hintergrund: Es zeichnet die Textgeschichte des Korans unter anderem durch die Untersuchung von „materiellen Zeugnissen“ wie Handschriften nach.
Interessierte können über den untenstehenden Link zu einer Ansicht der Koranhandschrift gelangen:
http://idb.ub.uni-tuebingen.de/diglit/MaVI165





