Was aber den Band auszeichnet, ist die Präsentation von Skizzen, Notizen und vor allem attraktiven Zeichnungen aus den Tagebüchern dieser Pioniere, die die Herausgeber in Archiven und Bibliotheken aufgestöbert haben. Viele Künstler, die sich von der Ferne faszinieren ließen, sind in der Auswahl zu finden, sehr zum Vorteil des Betrachters. Dieser kann sich etwa an Alltagsszenen aus Indien und Japan, die die Weltenbummlerin Marianne North 1878 festhielt, ebenso erfreuen wie am bunten Treiben in Kathmandu um 1880, wie es Henry Oldfield sah, oder an eindrucksvollen Herrscherporträts aus Persien oder Afghanistan (um 1830), die wir Godfrey Vigne verdanken. Dazu kommen viele schöne Zeichnungen von fremder Flora und Fauna.
Wie sich die Entdeckungsreisen in ein politisches Ausgreifen des Westens überhaupt einordnen lassen, wird allerdings ebenso wenig reflektiert wie die Frage nach der westlichen Sicht auf das Fremde.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





