Zu brutal, zu militant und zu erfolglos erschienen die Rebellen, die sich vor allem aus der Volksgruppe der Kikuyu rekrutierten, im Spätsommer 1954. Vor allem aber war es den Aufständischen nicht gelungen, ein politisches Programm zu formulieren, das über die Schlagworte „ithaka na wiathi“ („Land und Freiheit“) hinausging. Denn eine eindeutig nationalistische oder antikolonialistische Agenda verfolgte die Bewegung nicht. Vielmehr war ihre Entstehung eine Reaktion auf das Versagen der schwarzen Eliten.
Der „Mau-Mau-Krieg“ war somit weniger ein Aufstand freiheitsliebender Unabhängigkeitskämpfer gegen die Kolonialmacht Großbritannien als vielmehr ein Konflikt zwischen Besitzlosen und Besitzenden, wobei mit Letzteren einerseits die privilegierten europäischen Siedler in den „White Highlands“, andererseits vor allem auch die Führungsschicht der Schwarzen selbst, die Chiefs, die Dorfvorsteher und die wohlhabenden Bauern aus den Reihen der Kikuyu, gemeint waren.





