Im Alltag der meisten Menschen in der DDR spielte der Volkseigene Betrieb (VEB) eine tragende Rolle. Die VEB waren nach sowjetischem Vorbild aus den Enteignungen nach dem Zweiten Weltkrieg hervorgegangen und die dominierende Unternehmensform in der DDR. Anders als die strikt auf ökonomische Verschlankung ausgerichteten Betriebe im Westen stellten die vergesellschafteten ostdeutschen Betriebe in einem umfassenden Sinn auch die soziale Nahversorgung der Belegschaften sicher. Dazu zählten Angebote zur Kinderbetreuung, zur medizinischen Versorgung, für sportliche oder kulturelle Aktivitäten oder zur Vermittlung von Urlaubsreisen. Natürlich verband sich damit immer auch ein politisch motivierter und überwachter Erziehungsauftrag, so wie ihn die SED-Ideologie vorsah. Kleinste Einheit in den VEB war die Arbeitsbrigade, eine besondere Art „sozialer Nahraum“ in der Produktion: Hier schlug das Herz des DDR-Sozialismus.





