Mit dem Ziel der Christianisierung wurden zu Beginn des 17. Jahrhunderts unter jesuitischer Leitung Dörfer im mittleren Südamerika errichtet. Die Jesuiten schufen dabei ein spezielles politisch-wirtschaftlich-administratives System, das von dem damaligen kolonialen Verständnis deutlich abwich.
In den Missionen erhielten die Einheimischen eine hervorragende Ausbildung als Handwerker, Musiker und Künstler. Einer dieser sogenannten „reducciones“ entstammen die ausgestellten Kunstwerke. Die Werke verkörpern unter anderem Heiligenfiguren, die in Kirchen oder Kapellen, bei Feierlichkeiten und Gottesdiensten oder Prozessionen Verwendung fanden.
Entdeckt wurden die archäologischen Objekte während der Forschungen in der ausgestorbenen Siedlung San Borja del Yi. Sie ist von den Ureinwohnern, den Guaraní, im Jahre 1833 gegründet worden. Die ausgestellten indigenen Kunstwerke verweisen auf das faszinierende Universum der Guaraní: Es umfasst sowohl materielle Aspekte, wie archäologische Stätten, aber auch abstrakte Elemente wie Namensgebungen von Orten oder den Wortschatz ihrer Sprache. Auch die Kultur des Mate-Tees sowie Techniken und Wissen um Viehzucht und Landwirtschaft sind Teil dieser vergangenen Welt.
Im aktuellen DAMALS 10/2014 mit dem Titelthema „Die Jesuiten – Streiter, Lehrer, Missionare“ beleuchtet ein Artikel die spannende Geschichte des „Jesuitenstaats“ in Südamerika (zum Heft: http://www.damals.de/de/13/Titelthema.html).





