Im Anschluss an die „Kunst der Moderne“ wird am 15. Dezember 2011 der Sammlungsbereich „Alte Meister (1300–1800)“ im Mainflügel des Altbaus seine Pforten öffnen. Den abschließenden Höhepunkt wird die Eröffnung des Erweiterungsbaus für die Präsentation der Gegenwartskunst am 25. Februar 2012 bilden.
Der Altbau des Städel Museums, bestehend aus Main- und Gartenflügel, wurde im Zuge des Erweiterungsbaus für die Präsentation der Gegenwartskunst einer Generalsanierung unterzogen. Die Kosten betragen rund 18 Millionen Euro. Davon wurden 11,4 Millionen von der Stadt Frankfurt aufgebracht. Die restliche Summe wird vom Städel Museum getragen. Die Gesamtkosten für die Erweiterung und die Sanierung des Altbaus werden sich auf 50 Millionen Euro belaufen. Dank der Unterstützung durch die öffentliche Hand, durch Unternehmen, Stiftungen und zahlreiche Privatpersonen, die sich mit Klein- und Großspenden beteiligt haben, konnten bereits über 90 Prozent der Gesamtfinanzierung gesichert werden.
„Die Stadt Frankfurt hat mit ihrer finanziellen Unterstützung ein deutliches Zeichen für das Städel gesetzt. Sie beweist damit einmal mehr, dass durch das Zusammenwirken von öffentlicher Hand und bürgerlichem Engagement Großes bewegt und ein Museum an einem neuralgischen Entwicklungspunkt maßgeblich in seinem Wirken gestärkt werden kann“, so Petra Roth, Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt. Mit den Werken der Städtischen Galerie beherbergt und betreut das Städel seit 1907 einen wichtigen Teil der Sammlungen der Stadt Frankfurt. „Das Städel ist sich seiner Doppelaufgabe als Stätte der Wissenschaft und publikumsorientierter Museumsbetrieb gleichermaßen stark bewusst“, sagt Prof. Dr. Felix Semmelroth, Kulturdezernent der Stadt Frankfurt. „Mit der Neupräsentation der Moderne beweist das Städel, wie lohnend eine stetige Auseinandersetzung mit einer Sammlung sowohl für die Wissenschaft als auch für das Publikum sein kann. Das muss und will die Stadt Frankfurt unterstützen“, so Semmelroth.
Mit der baulichen Sanierung ist eine grundlegende Neuordnung des Sammlungsbereichs „Kunst der Moderne“ einhergegangen. „Die Neupräsentation bot einen Anlass, den eigenen, im Bereich der Moderne rund 1.200 Werke umfassenden Bestand mit frischem Blick zu sichten“, so Dr. Felix Krämer, Leiter der Sammlung der Kunst der Moderne. Viele der rund 200 gezeigten Werke gehören schon lange zum festen Inventar der Galerie. Oftmals wurden ihnen nun jedoch Neu- und Wiederentdeckungen zur Seite gestellt. Zu den spektakulärsten Entdeckungen aus dem Depot zählen das in den Wirren des Zweiten Weltkriegs nicht inventarisierte Gemälde „Der heilige Hieronymus“ (1874) von Jean-Léon Gérôme sowie ein Akt, der 2010 zweifelsfrei Ernst Ludwig Kirchner zugeschrieben werden konnte. Andere Künstler wie Ernst Deger, Anton Zwengauer, Ottilie W. Roederstein, Angilbert Göbel oder Helmut Kolle sind weitgehend vergessen, lohnen aber die Wiederentdeckung.





