Obwohl Lachares als absoluter Herrscher regierte, bestanden die demokratischen Institutionen der Gerichte und Versammlungen weiter. Doch die wahre Volksherrschaft wurde in Athens Hafen Piräus verteidigt, wo sich die Demokraten festsetzen und gegen den Tyrannen behaupten konnten. Lachares’ Hauptproblem bestand in der Entlohnung seiner eigenen Soldaten. Um deren Forderungen zu erfüllen, vergriff er sich an den Tempelschätzen. Insbesondere warf man ihm vor, das Gewand der Athena Parthenos, das aus massivem Gold bestand, eingeschmolzen zu haben. Die Entblößung der Athena-Statue des berühmten Künstlers Phi‧dias, die im Parthenon auf der Akropolis stand, führte allen die Demütigung Athens vor Augen. Der kaiserzeitliche Schriftsteller Pausanias urteilte, man kenne keinen Tyrannen, der so grausam gegen die Menschen und so unwürdig gegen die Götter gehandelt habe.
Als der Gegner des Lachares, Demetrios, energisch gegen die Tyrannis vorging und Athen von Getreidelieferungen abschnitt, vertrieb das hungernde Volk im Frühjahr 295/94 v. Chr. seinen Gebieter. Vor seiner Flucht soll Lachares nochmals Unmengen Gold aus diversen Tempeln gestohlen haben. Das wurde ihm zum Verhängnis: Wenig später töteten ihn Räuber, um sich seiner Schätze zu bemächtigen.





