Dass die gewaltige Landfläche im Westen der USA an die Bürger verteilt werden sollte, planten seit langem viele politische Gruppen, stand die Heimstätte auf eigener Scholle doch geradezu paradigmatisch für die Vorstellungen von einem freien Amerika. Der Alltag auf dem Acker erwies sich jedoch als weitaus weniger romantisch. Die Siedler lebten dort praktisch auf Probe, da sie mindestens für fünf Jahre auf der Parzelle bleiben und sie bearbeiten mussten, ehe sie offiziell als Eigentümer eingetragen wurden. In den wüstenheißen und polarkalten Monaten kamen gewiss dem einen oder anderen Zweifel, ob sich die Strapazen lohnten, zumal die Fläche oft zu gering war, um eine Familie zu ernähren.
Auch wenn das Gesetz nicht „jedem armen Mann“ zu einer Farm verhalf, so förderte es doch stark die expansive Besiedlung des Westens und die rücksichtslose Verdrängung der indianischen Urbevölkerung. Über den „Homestead Act“, der bis 1976 in Kraft blieb, wurden bis 1934 zehn Prozent der amerikanischen Landfläche an 1,6 Millionen Siedler verteilt.





