Der griechische Militärtechniker Aristobulos von Kassandreia (erste Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. – nach 301 v. Chr.) begleitete Alexander den Großen (356 –323 v. Chr.) auf seinem Feldzug gen Osten, bei dem das gesamte Perserreich unterworfen wurde, bis nach Südasien. Jenseits der Grenzen der den Griechen und Makedonen bekannten Welt vermuteten die Gefolgsleute Alexanders die Heimat ihrer Sagen und Legenden, und es lohnte sich aus ihrer Sicht, die neue Umgebung sehr genau zu untersuchen.
Aristobulos verfasste viele Jahre später eine Alexandergeschichte, die allerdings nur noch in Fragmenten erhalten ist. Darin beschreibt er auch eine Beobachtung, die er bei einer Mission im Industal anstellte. Der Geschichtsschreiber und Geograph Strabo (um 63 v. Chr. – nach 23 n. Chr.) paraphrasiert sie so: „Als er mit irgendeinem Auftrag ausgeschickt worden war, habe er gesehen, wie ein Land mit mehr als 1000 Städten einschließlich der Dörfer verödet war, weil der Indus sein eigentliches Bett verlassen hatte und in ein anderes, viel tieferes zur Linken abgelenkt und gleichsam herabgestürzt war, so dass das von ihm verlassene Land zur Rechten nicht mehr von dem übertretenden Wasser getränkt wurde, da es nicht nur höher lag als das neue Bett, sondern auch höher als das übertretende Wasser.“





