Prof. Dr. Jörn Leonhard, Ordinarius für Geschichte des Romanischen Westeuropa an der Universität Freiburg und Direktor der School of History des FRIAS, hat nun den Landesforschungspreis Baden-Württemberg erhalten, der jährlich für hervorragende Arbeiten im Bereich der Grundlagenforschung verliehen wird. In seiner Monographie „Bellizimus und Nation: Kriegsdeutung und Nationsbestimmung in Europa und den Vereinigten Staaten 1750 – 1914“ arbeitet er heraus, wie unterschiedliche Kriegs- und Gewalterfahrungen die Selbstbilder einer Nation und den Umgang mit Krieg beeinflussen. Während in Deutschland besonders die napoleonischen Kriege prägend wirkten, habe beispielsweise in Frankreich aus den Erfahrungen der Revolutionsjahre heraus Krieg lange Zeit als Ausdruck eines wehrhaften Bürgertums gegolten. Der Zusammenhang zwischen Kriegserfahrung und nationalem Selbstverständnis zeige sich einmal mehr in der Art, in der aktuell in Deutschland über den Afghanistan-Einsatz diskutiert werde und der vorsichtigen Verwendung des Kriegsbegriffs – beides sei nur vor dem Hintergrund der Weltkriegserfahrungen zu verstehen.
Der Landesforschungspreis ist mit 100.000 Euro dotiert, die Professor Leonhard für ein Buchprojekt über den Ersten Weltkrieg verwenden möchte.





