Das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten (CITES) verbietet den Handel mit Elfenbein aus Elefanten-Stoßzähnen, ebenso wie das Töten der Tiere. Doch der illegale Handel geht weiter und Wilderer jagen weiterhin Elefanten, um an ihre Stoßzähne zu gelangen. Der weltweite Bestand der Elefanten geht dadurch jährlich um etwa acht Prozent zurück. In Afrika gab es im Jahr 2016 Schätzungen zufolge nur noch rund 410.000 Elefanten. Einige Elefantenarten sind deswegen gefährdet oder vom Aussterben bedroht.
Der Handel mit altem Elfenbein aus Mammut-Stoßzähnen ist hingegen erlaubt, weil diese Art längst ausgestorben ist und nicht mehr bewahrt werden kann. Weil Mammut-Elfenbein wertvoll und lukrativ, aber selten ist, deklarieren Wilderer häufig Elefanten-Elfenbein als Mammut. Beide bestehen aus Zement, Zahnschmelz und vor allem aus Dentin, einem mineralisierten Bindegewebe aus Kollagen und kristallinen Calciumphosphatmineralien. Für Zollbeamte ist der Unterschied mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen. „Die kompletten Stoßzähne von Elefanten und Mammuts sehen sehr verschieden aus, aber wenn das Elfenbein in kleine Stücke geschnitten wird, kann es praktisch unmöglich sein, Elefanten-Elfenbein von gut erhaltenem Mammut-Elfenbein zu unterscheiden“, erklärt Alice Roberts von der University of Birmingham. Besonders schwer sind die Gegenstände auseinanderzuhalten, wenn das Elfenbein bereits bearbeitet wurde – etwa für Schnitzereien.

Laser-Scan erleichtert Unterscheidung des Elfenbeins
Ein Forschungsteam um Roberts und Erstautorin Rebecca Shepherd von der University of Bristol hat nun eine Methode entwickelt, mit der Elefanten- und Mammut-Elfenbein besser unterschieden werden kann als mit bisherigen Techniken. Dafür nutzten sie die laserbasierte Technologie der Raman-Spektroskopie, die bereits zur Identifizierung von Knochen und Mineralien verwendet wird. Dabei wird eine Probe mit energiereichem Licht bestrahlt, um über Molekülschwingungen und Lichtstreuung die chemische Zusammensetzung des Materials zu untersuchen. Für ihre Tests analysierten Shepherd und ihre Kollegen elf Elfenbein-Proben aus dem Naturhistorischen Museum in London. Sie stammten von Mammuts sowie Afrikanischen und Asiatischen Elefanten.
Die Laseranalysen lieferten eine zuverlässige Zuordnung des Elfenbeins – unter anderem anhand seiner Kristallreife und dem Gehalt an Phosphat, Carbonat und Kollagen, wie das Team berichtet. „Die vom Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung bisher empfohlenen Methoden, um die Legalität von Elfenbein zu beurteilen, sind überwiegend teure, zerstörerische und zeitaufwändige Techniken“, sagt Shepherd. Dazu zählen Radiocarbondatierungen und DNA-Analysen. Die Laser-Scans beschädigen die Proben hingegen nicht, dauern nur wenige Minuten und sind vergleichsweise günstig, so das Team. „Die Raman-Spektroskopie kann schnell Ergebnisse liefern und ist einfacher anzuwenden als die derzeitigen Methoden. Dadurch macht sie es einfacher, zwischen illegalem Elefanten-Elfenbein und legalem Mammutstoßzahn-Elfenbein zu unterscheiden“, sagt Shepherd.





