Das Schlesische Museum Görlitz hat in Kooperation mit dem Muzeum Łużyckie Zgorzelec erstmals eine Ausstellung erarbeitet, die sich den Lebenswegen der Menschen zwischen 1933 und heute widmet. Sie ist der Beitrag beider Museen zur 3. Sächsischen Landesausstellung, die zeitgleich in Görlitz beginnt.
In der Ausstellung begegnet der Besucher zehn Lebensgeschichten. Ihre beeindruckende filmische Inszenierung, Erinnerungsstücke und Dokumentationen lassen ein lebendiges Bild von Görlitz, Zgorzelec und ihren Bewohnern entstehen.
Die Ausstellung greift historisch auf das Jahr 1933 zurück, als mit der Machtübergabe an die Nationalsozialisten Verfolgung, Vertreibung und Internierung begannen. Bis 1945 hat die Stadt ihre gesamte jüdische Bevölkerung verloren. Aus den von deutschen Truppen überfallenen und besetzten Ländern kamen zehntausende Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter nach Görlitz. Ihre Arbeitskraft diente der deutschen Wirtschaft.
In der Notzeit nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Görlitz einen dramatischen Wechsel seiner Bevölkerung. Die Stadt wurde durch eine neue deutsch-polnische Grenze zerschnitten, die Deutschen mussten ihre Häuser im Ostteil verlassen, und es entstand Zgorzelec mit einer polnischen, griechischen und mazedonischen Bevölkerung. In den westlichen Stadtteilen suchten tausende deutsche Vertriebene Zuflucht.
In den folgenden Jahren trieb die SED-Diktatur viele Menschen aus dem Land. Anderen boten neu entstehende Industrien eine Existenzgrundlage. Seit der Wende 1989/90 ist die Entwicklung von Görlitz und Zgorzelec erneut durch starke Bevölkerungsbewegungen geprägt. Beide Städte suchen nach neuen Perspektiven für die Menschen.
Zur Ausstellung erscheint ein deutsch-polnischer Begleitband mit Erzählungen aus drei Generationen.





