Einer knappen Inhaltsangabe zum illustrierten Handlungsverlauf folgen die Bildanalysen zu Themen wie den antiken Vorbildern (Aeneas, Alexander), der Heilsgeschichte (Roland, Willehalm), dem idealen Rittertum (Iwein, Parzival) oder den „Turbulenzen der Minne“ (Tristan und Isolde). Endlich einmal werden mittelalterliche Bilder nicht als reine „Belege“ für Textaussagen verwendet, sondern in ihrer eigenen Aussagekraft ernst genommen.
Höchst reizvolle Darstellungen und heute fast vergessene Erzählstoffe gilt es zu entdecken, etwa den „Jüngeren Titurel“, in dem sich der Jüngling Tschionatulander in den Orient begibt und sich in die schöne Sigune verliebt. Die wohl aus Südtirol stammende Prachthandschrift des 15. Jahrhunderts findet sonst nur ihresgleichen unter den französischen und flandrischen Kodizes und wird heute in der Bayerischen Staatsbibliothek in München verwahrt.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





