Zwar waren die Ordensritter auf ein einfaches Leben eingeschworen, aber das eindrucksvolle Gebäude-Ensemble aus Backstein zeigt, wie reich und militärisch stark sie auf dem Höhepunkt ihrer Macht im späten 14. Jahrhundert tatsächlich gewesen sind. In diesen Zeiten lebten rund 100 Ritter, ihre zahlreichen Gäste sowie Hundertschaften Bediensteter in der Burg und ihren Außenanlagen. Die Marienburg wurde Ende des Zweiten Weltkriegs bei heftigen Kämpfen zwischen der heranrückenden Roten Armee und den deutschen Verteidigern zu großen Teilen zerstört. Nach 1945 begann der polnische Staat mit dem Wiederaufbau des Komplexes. Dieser gehört seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Auch jetzt wird noch permanent an der Anlage gebaut. So sind jüngst Teile der Kellerräume für die Öffentlichkeit erschlossen worden. Ein weiterer bisheriger Höhepunkt der Leserreise: der Besuch in Frauenburg (heute Frombork) am Frischen Haff. Dort wirkte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts Nikolaus Kopernikus als Domherr. Als vor einigen Jahren bei Renovierungsarbeiten in der Kathedrale mehrere Skelette ausgegraben wurden, konnte die Gebeine des genialen Astronomen mit Hilfe moderner Analyse-Methoden und einiger detektivischer Kleinarbeit zweifelsfrei identifiziert werden. Seither liegen die Überreste des Nikolaus Kopernikus im Dom begraben – der Sarg ist durch eine Glasplatte im Kirchenboden zu sehen.





