Dies wird plausibel, wenn man liest, wie kritisch er Verlautbarungen des NS-Staats reflektierte. Er benannte die verbrecherischen Dimensionen der deutschen Kriegführung und bedauerte das Scheitern des Attentats auf Hitler im Juli 1944. Leider finden sich im Buch keine Anhaltspunkte dafür, warum nicht auch Aufzeichnungen der früheren Jahre dokumentiert sind. Zeitnahe Einschätzungen zum Überfall auf die Sowjetunion, an dem er offenbar auch teilgenommen hatte, wären sicher höchst interessant gewesen.
So zeigt das Buch leider auch das Dilemma, in dem die Erinnerungsliteratur über den Zweiten Weltkrieg der letzten Jahrzehnte steckt: Allzu oft erinnern sich nur diejenigen, die im Nachhinein auf der „richtigen“ Seite gestanden haben.
Rezension: Dr. Magnus Koch





