Im Mittelpunkt der Arbeiten am Sonderforschungsbereich stehen Gegenstände, die in irgendeiner Form Schrift aufweisen. „Diese Objekte stammen aus Gesellschaften, die im technisch-modernen Sinne nicht über ,Massenmedien‘ verfügten oder bis heute verfügen, in der also keine Verfahren der massenhaften Produktion von schrifttragenden Artefakten zugänglich sind oder verbreitet waren“, erläutert der Mediävist Ludger Lieb vom Germanistischen Seminar, der Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Materiale Textkulturen“ (SFB 933) ist.
Zeitlich reichen die Untersuchungen bis zu den ersten Keilschrifttafeln aus Mesopotamien zurück. Die rund 80 am SFB beteiligten Wissenschaftler arbeiten mit Gegenständen und Schriftzeugnissen, die vor allem aus dem Mittelmeerraum stammen, aber auch aus West- und Mitteleuropa, der arabischen Welt, Vorderasien, China, Japan und Bali.
„Die schrifttragenden Artefakte werden vor allem danach befragt, wie in einem bestimmten Handlungszusammenhang mit ihnen umgegangen und welche Bedeutung ihnen zugeschrieben wurde und wird. Ausgangspunkt ist hierbei die Materialität des Artefaktes und seine Machart“, betont Lieb. Die Präsentation der im Universitätsmuseum gezeigten Objekte reicht von der Ausstellung ausgewählter Originale bis zur digitalen Edition im vielfach verknüpften virtuellen Raum. Damit soll die Vielfältigkeit des Schreibens und Lesens, der schrifttragenden Artefakte sowie des Umgangs mit dem Geschriebenen sichtbar werden.
Die Ausstellung „Leben Dinge Texte“ wird vom 3. Februar bis zum 7. März 2015 im Universitätsmuseum Heidelberg, Grabengasse 1, gezeigt. Sie ist von Dienstag bis Samstag von 10 bis 16 Uhr geöffnet.





