Die Ausstellung wird maßgeblich vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain unterstützt und auf dessen Initiative im Rahmen des Projekts „Phänomen Expressionismus“ realisiert. Das weltweit tätige Finanzdienstleistungsunternehmen BNY Mellon fördert die Ausstellung als Corporate Sponsor und trägt damit dazu bei, dass zahlreiche, selten gesehene Werke Beckmanns in Frankfurt vereint werden können.
Max Beckmann zählt zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Der 1884 in Leipzig geborene Maler schuf aus dem Fundus der Zeitgeschichte, der Mythologie und der eigenen Biografie ein Lebenswerk, das zu den herausragendsten schöpferischen ikonografischen Leistungen der modernen Kunst gehört. Sein Leben und Werk ist aufs Engste mit der deutschen Geschichte verbunden. Den Ersten Weltkrieg erlebte Beckmann bis zu seinem psychischen und körperlichen Zusammenbruch als freiwilliger Sanitätssoldat in Flandern. Die Eindrücke des Krieges veränderten seine Malerei grundlegend. Häufig wird die Brutalität des alltäglichen menschlichen Umgangs dargestellt, die Gegenstände seiner Bilder werden expressiv und kantig. Seit 1915 lebte Beckmann in Frankfurt, wo er zehn Jahre später Professor an der Städelschule wurde. Er feierte in diesen Jahren zunehmend größere Erfolge, die in Retrospektiven in Mannheim, Zürich, Basel und Paris gipfelten. Bereits ab Mitte der 1920er-Jahre – auf dem Höhepunkt seiner Karriere in Deutschland – wurde Beckmann, dessen metaphorisch verschlüsselt wirkende Gemälde das Klischee deutscher Malerei schlechthin erfüllten, auch in den USA durch zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen berühmt. Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht ergriffen, wurde seine Karriere jäh unterbrochen. Er wurde seiner Professur an der Städelschule in Frankfurt enthoben und emigrierte 1937 nach Amsterdam. Erst nach einem zehn Jahre währenden Exil, das durch den Krieg von Isolation, Angst und Entbehrungen geprägt war, gelang ihm – dank eines von seinem New Yorker Händler Curt Valentin vermittelten Lehrauftrages – die lange ersehnte Ausreise nach Amerika. Als Beckmann schließlich im Spätsommer 1947 in Amerika eintraf, galt er bereits als einer der „most powerful German Expressionists“, so die Charakterisierung im Katalog der Ausstellung „Art in Our Time“, mit der das MoMA 1939 sein zehnjähriges Bestehen gefeiert hatte. Das Leben in der Neuen Welt bot Beckmann ungeahnte Entfaltungsmöglichkeiten. Hierzu trugen vor allem menschliche Begegnungen wie fortschrittliche Institutionen bei. Fern von Europa verbrachte Beckmann somit seinen letzten und überaus produktiven Lebensabschnitt. Der Beckmann-Werkkatalog verzeichnet allein 85 Gemälde, die der Maler in den drei Jahren schuf. Unter den gewählten Themen finden sich auffallend wenige Landschaften, vergleichsweise viele Stillleben, aber auch Bildnisse sowie religiöse und mythologische Sujets.
Aus Frankfurter Sicht, vor allem aber, um den historischen Rahmen zu setzen, beginnen Ausstellung und Katalog mit der ersten Erwerbung für das Städelsche Kunstinstitut, der “Kreuzabnahme” von 1917. Das Ölgemälde, das der ehemalige Städel-Direktor Georg Swarzenski 1919 direkt aus Beckmanns Atelier ankaufte, wurde 1937 durch die Nationalsozialisten beschlagnahmt und anschließend in der Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt. Heute befindet sich das herausragende Werk in der Sammlung des MoMA in New York, von wo es eigens für die Ausstellung an den Main zurückkehrt.





