Kohnle profiliert Friedrich, der wegen seiner als klug wahrgenommenen Politik den Beinamen „der Weise“ erhielt, nicht nur als Förderer des prominenten Reformators Luther, sondern porträtiert einen spätmittelalterlichen Herrscher in einer Epoche des Umbruchs. Er beleuchtet dynastische und reichspolitische Fragen, den Förderer von Kunst und Wissenschaft ebenso wie den Privatmann. Erst 1517, da war Friedrich bereits seit mehr als drei Jahrzehnten auf dem Thron, beginnt das, was gerne als „Lutherschutzpolitik“ bezeichnet wird. Diese sieht Kohnle vor allem durch Friedrichs persönliche Frömmigkeit bedingt, die auch dafür sorgte, dass die Kirchenpolitik durchgehend ein zentrales Handlungsfeld des Herrschers darstellte. Kurzum, Kohnle gelingt ein klar geschriebener, informativer und reflektierter Forschungsbeitrag.
Rezension: Dr. Sebastian Rojek
Armin Kohnle
Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen (1463–1525)
Eine Biographie
Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2024, 391 Seiten, € 29,–





