Anno, Eburnant, Ruodprecht, Liuthar, Heribert und Kerald – erstaunlich viele Reichenauer Hersteller von liturgischen Prachthandschriften aus dem 10. und beginnenden 11. Jahrhundert kennen wir mit Namen. Und nicht nur das: Diese Mönche wurden auch alle in ihren Werken als nicht zu übersehende Figuren malerisch dargestellt. Was wir meist nicht sicher wissen: Waren die prominent in Szene gesetzten Kleriker als Schreiber oder als Maler oder sogar als beides an der Produktion beteiligt? Heute nimmt die Forschung an, dass die genannten Mönche die verschiedenen Handschriftenprojekte wahrscheinlich leiteten, an denen pro Buch in der Regel mehrere Personen beteiligt waren.