Um 220 v. Chr. befahlen die Priester zum ersten Mal das Menschenopfer. Sie bezogen sich auf die Sibyllinischen Bücher, eine Sammlung von Weissagungssprüchen, die nur in äußerster Not eingesehen wurde. Damals drohten die Kelten einzufallen, nachdem man eben noch mit den Karthagern gekämpft hatte. Um eine Niederlage abzuwenden, wurden eine Gallierin und ein Gallier sowie eine Griechin und ein Grieche paarweise zusammengebunden und lebendig auf dem Rindermarkt in Rom begraben.
Der ältere Plinius berichtet im ersten nachchristlichen Jahrhundert, dass ein solcher Ritus noch immer praktiziert wurde, dabei hatte ein Senatsbeschluss im Jahr 97 v. Chr. das rituelle Menschenopfer ausdrücklich verboten – Ausdruck des Abscheus der Römer vor dieser extremen Form des Opfers. Ganz verzichtete man jedoch erst in der Kaiserzeit darauf.





