Wer tief in der Nacht im viktorianischen London unterwegs war, konnte dabei durchaus einem der damals bekanntesten Schriftsteller begegnen. Charles Dickens litt zeitlebens unter Schlaflosigkeit. Anstatt sich im Bett hin- und herzuwälzen, stand er oft auf und machte kilometerlange nächtliche Streifzüge durch die Stadt an der Themse – und entwickelte in seinen Gedanken dabei die unvergesslichen Figuren seiner Bücher.
Im Dezember 1843 schlief der 31-jährige Dickens wieder einmal besonders schlecht, denn er stand unter Zeitdruck. Der Autor, der seit seinem ersten großen Erfolg „Oliver Twist“ (1838) eine Berühmtheit war, sehnte den nächsten Bestseller herbei. Schließlich wollte er der wachsenden Familie – das fünfte Kind war unterwegs – weiterhin ein Leben in Wohlstand bieten. Er arbeitete an einer Erzählung mit einem weihnachtlichen Thema, die rechtzeitig fertig sein musste.





