Das Originalmanu-skript zeigt die Eile, in der Händel wie gewöhnlich komponierte. Er war sehr pragmatisch vorgegangen, hatte beispielsweise ei‧nige eigene Melodien neu vertont und die Streicherstimmen so knapp wie möglich gehalten. Bis zuletzt nahm er Änderungen an der Partitur vor, bevor am 13. April 1742 „Messiah. An Oratorio“ im Neuen Musiksaal in der Dubliner Fishamble Street uraufgeführt wurde. Der Erfolg war überwältigend: „Die wichtigsten Kritiker erklärten es zum vollendetsten Werk der Musikgeschichte“, schrieb das „Dublin Journal“ wenige Tage später und rühmte seine „Erhabenheit, Größe und Zärtlichkeit“. In London, wo das Werk in Covent Garden ein Jahr später Premiere feierte, waren die Stimmen verhaltener: War ein Werk, das den Heiland zum Gegenstand hatte, überhaupt für die Bühne geeignet? Dem Aufstieg des „Messias“ zu einem der bekanntesten Werke der Vokalmusik, an dem Händel bis an sein Lebensende immer wieder Änderungen vornahm, taten solche Überlegungen keinen Abbruch.





