In der lesenswerten Publika‧tion „Metropolen des Geistes“ sind die Herausgeber Martin Hose und Christoph Levin sowie sieben weitere Autoren dem Zusammenhang von politisch-ökonomischer Macht und kultureller Zentralfunktion nachgegangen, haben Gemeinsames und Trennendes herausgearbeitet.
Im Gegensatz zur lang dauernden Existenz der Metropolen waren die Phasen kultureller Blüte oftmals nur recht kurz. Spannend ist, welche besondere Rolle die Literatur als Strategie zur Bewältigung von traumatischen Erfahrungen spielte: In Rom waren es die Bürgerkriege, in Jerusalem war es die Zerstörung des Tempels, in Athen der Angriff der Perser. Am Beispiel der altchinesischen Stadt Chang’an wird deutlich, wie eng die Verbindung von Hochschule und Beamtenrekrutierung war, also von Geist und Macht.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





