Beginnend mit dem Frühmittelalter und der Zeit rund um Herzog Tassilo, wird in dem 2014 erschienen Werk chronologisch die bayerische Geschichte behandelt, die Ludwig der Bayer oder Maximilian I. mitgestalteten. Auch die Reformation, die Affäre rund um Lola Montez oder die Reformen Maximilian von Montgelas‘, der durch Mediatisierung und Säkularisation das Land verändern sollte, wird beleuchtet. Dass der „unglaubliche Ludwig II.“ seine Regierungstätigkeit nicht gänzlich einstellte, sondern dieser in umfangreichen Briefwechseln nachging, wird ebenso erläutert wie die Räterepublik und der Aufstieg Hitlers. Obendrein wird die gegenwärtige politische Situation mit Horst Seehofer oder Karl-Theodor zu Guttenberg im Kapitel „CSU forever“ dargestellt.
Durch Fiedlers humoristischen Schreibstil ist ein fesselndes Buch entstanden, das Zusammenhänge selbst in größerem Kontext sehr gut erklärt und Tiefe beweist. Mitverantwortlich hierfür sind zahlreiche Kästen, die sich immer wieder im Text finden lassen und gewinnbringend einige Aspekte genauer darlegen. Fiedler setzt Zitate sehr gezielt ein und spielt partiell bewusst mit den Klischees über das Alpenland.
Auch wenn der Verlag eine „andere Geschichte Bayerns“ verspricht – „nicht selten gegen den Strich der traditionellen Geschichtsschreibung“ – so sollte der Leser wenig Innovatives erwarten. Insgesamt bleibt „Mia san mia“ jedoch ein informatives Buch, das dem Leser unterhaltsam die bayerische Geschichte und deren Besonderheiten näherbringt. Bayern ist eben doch mehr als Laptop und Lederhose.
Rezension: Maximilian Brückner





