Während der mehrjährigen Restaurierung ließen sich neue Erkenntnisse über die außergewöhnliche Herstellungstechnik der weltweit nahezu einzigartigen Kommode gewinnen. Es gelang, die verwendeten Materialien zu bestimmen und die vielfältigen Arbeitsschritte, die ihre Herstellung erforderte, zu rekonstruieren. Der Name des Möbels verweist auf dessen Dekor in einer exzeptionellen Applikationstechnik: Die Ansichtsseiten schmücken im Rapport angebrachte Silberfolien in der Form von Pfauenfedern. Sie rahmen paarweise je ein dünn geschliffenes, transparentes Perlmuttblättchen, das auf einem grün pigmentierten Bindemittel haftet. Die gesamte Oberfläche schillert dadurch farbig. Dieser Materialeinsatz unterscheidet sich von zeitgenössischen Dekortechniken und stellt einen Sonderfall der Möbelgeschichte dar.
Die Ausstellung zeigt den aufwendigen Herstellungsprozess von den unbearbeiteten Werkstoffen bis zur prachtvollen Pfauenfederkommode. Sie erlaubt einen Blick hinter die glänzende „Fassade“ und begleitet die Restauratoren bei ihrer Spurensuche mit Mikroskop und Skalpell. Ergänzt durch weitere herausragende Exponate aus den Sammlungen der Museumslandschaft Hessen Kassel führt sie in die gleichermaßen pracht- wie phantasievolle Welt höfischer Luxusmöbel des 18. Jahrhunderts ein.
Anhand dieser ausgewählten Stücke werden die gängigen historischen Techniken Marketerie, Versilberung, Boulle- sowie Lackarbeiten vorgestellt und erklärt. Der Besucher erlebt nicht nur die Vielfalt des Dekors, die Schönheit der Werke und die Kunstfertigkeit der Handwerker, sondern auch wie sich diese zu einem erlesenen Kosmos aristokratischer Wohnkultur zusammenfügen.





