Diese Motive waren bei allen Expeditionen so eng miteinander verwoben, dass es kaum eine eindeutige Zuordnung geben kann. Das gilt auch für die hier systematisch zusammengestellten Expeditionen, die von Angehörigen der k. u. k. österreichisch-ungarischen Kriegsmarine zwischen 1871 und 1933 in die Arktis unternommen wurden. Vor dem Hintergrund nüchterner Daten zum internationalen Stand der Durchdringung der Arktis werden die Erkundungsexpeditionen mit der „Isbjørn“ 1871 und 1872, die Nordpolarexpedition 1872 bis 1874 unter Carl Wey-precht und Julius Payer auf der „Admiral Tegetthoff “, die Jan-Mayen-Expedition von 1882 bis 1883 auf der „Pola“ sowie Nachfolgeexpeditionen bis 1933 vorgestellt.
Nach den ersten Vorstößen tritt immer mehr die wissenschaftliche Erforschung in den Vordergrund, insbesondere in den ersten beiden „Internationalen Polarjahren“ 1882/83 und 1932/33. Dem Autor geht es um knappe, sachliche Informationen, zusammengestellt aus einem reichhaltigen Fundus an chronologischen Daten, Abbildungen und Karten. Dies prägt den Stil der Darstellung: Malnig beschränkt sich weitgehend auf die wichtigsten Informationen zu Ziel, Expeditionsleitung, Ausrüstung und Verlauf. Dazu passen die tabellarischen Lebensläufe der wichtigsten Akteure und ein kleiner technischer Anhang, der die benutzten Schiffe vorstellt.
Ein zusammenfassender Rückblick würdigt die Leistung der österreichisch-ungarischen Expeditionen. Eine kleine Expedition, an der der Autor teilnahm, machte sich im Jahr 2007 auf die Spurensuche und dokumentierte auf der Insel Jan Mayen bescheidene Reste der gleichnamigen Expedition. Der Bericht darüber beschließt den Band. Eine große Zahl an Illustrationen macht den eher nüchternen Text anschaulich. Offensichtlich hat der Autor systematisch Material gesammelt, denn er gibt bei den meisten Abbildungen seine Initialen als Quelle an, nicht die Originalquelle. Leider wurde auf Farbdruck verzichtet, was sich vor allem auf die Lesbarkeit der Karten auswirkt.Das Buch ersetzt also nicht die Lektüre ausführlicherer Expeditionsberichte, es liefert aber im Überblick die nötigen Grundinformationen und erlaubt damit eine Gesamtschau des oftmals unbeachteten österreichischen Beitrags zur internationalen Arktis-Erschließung und -Forschung.
Rezension: Prof. Dr. Jörg Stadelbauer





