Auf deutscher Seite beteiligten sich Missionare, Beamte und Militärs, Siedler und Kaufleute. Die Ausstellung berücksichtigt aber auch die Interessen und Aktionen der kolonisierten Bevölkerung. Mehr als 500 Exponate – Gemälde und Graphiken, Alltagsgegenstände und Denkmäler, Dokumente und Fotografien – sollen den kolonialen Gedanken, den Verlauf der Kolonialgeschichte und die Herrschaftspraxis vor Ort beleuchten. So ist etwa die Reichs‧flagge, gebunden an einen Bambusspeer, zu sehen, die der Afrika-Forscher und Kolonialbeamte Hermann von Wissmann mit sich führte, oder eine Nilpferdpeitsche, wie sie die Kolonialherren zur Ausübung der Prügelstrafe benutzten. Schließlich wird gezeigt, wie sich anhand von Völkerschauen, Kolonial- und Spielwaren oder Reise‧roma‧nen ein „koloniales Bewusstsein” in Deutschland bildete, das noch lange nach dem Verlust der Kolonien nach dem Ersten Weltkrieg fortwirkte. Der ausführliche Katalog ist im Konrad Theiss Verlag, Darmstadt, erschienen.





