Die Graffiti, die heute nur noch schwach zu erkennen sind, finden sich im Kreuzhof des Doms und zeigen den Domerbauer Otto I., seine Frauen Editha und Adelheid sowie einige Bischöfe. Vermutlich wurden die Kunstwerke, die ursprünglich insgesamt 37 Meter lang und fünf Meter hoch waren, mit Kellen und Hölzern auf den Putz aufgetragen.
Im Rahmen des Projekts wurde ein Verfahren zur 3D-Schadenskartierung entwickelt, das es ermöglichte, Schäden und Graffiti an der Domfassade in ein virtuelles 1:1-Modell zu übertragen. Im Gegensatz zur noch gängigen 2D-Methode habe dies den Vorteil, dass es nicht vom Restaurator, der von Hand die Schäden auf einem Foto des Objekts oder mit einer Bildbearbeitungssoftware einträgt, abhängt, welche Schäden aufgenommen werden, erklärt Christiane Maierhofer von der BAM. Das neu entwickelte Verfahren kann auch feine Putzritze aufzeigen, die bisher auf Fotos auch bei optimaler Beleuchtung nur sehr schlecht zu erkennen waren.
Neben den verbesserten technischen Verfahren konnten die Forscher während ihrer Restaurierungsarbeiten ein weiteres Highlight blicken: Hinter einer Grabplatte (Epitaph) wurden vollkommen unversehrte Putzritzungen freigelegt. Mehr als 400 Jahre lang bot das Epitaph dem zwei Quadratmeter großen Fragment Schutz vor Witterung und Umwelteinflüssen.





