Hofkleider dieser Art des französischen Hofs sind weltweit kaum erhalten geblieben. Das vom BNM in Einzelteilen angekaufte Gewand konnte im hauseigenen Atelier für Textilrestaurierung in aufwendiger Rekonstruktionsarbeit in seine ehemalige Form zurückgeführt werden und kann jetzt von den Besuchern besehen werden.
Frankreich war im ausgehenden 18. Jahrhundert in Sachen Mode tonangebend. Im Ancien Régime standen bunte Muster der Kleidungsausschmückungen hoch im Kurs, deren kräftige, kontrastreiche Farbzusammenstellungen heute mitunter erstaunlich modern wirken. Für festliche, repräsentative Roben und Anzüge bevorzugte man aufwendige Stickereien. Solche Seiden- und Metallverzierungen wurden von Männern und Frauen in speziellen Meisterbetrieben gefertigt. Diese teuren Kleider waren jedoch der Oberschicht vorbehalten.
Neben anderen Gewändern aus dieser Zeit beleuchtet die Ausstellung auch ein äußerst seltenes französisches Album mit den neuesten Stickmustern der damaligen Epoche, aus dem die Kunden das Gewünschte auswählen konnten. Dazu gesellen sich Halbfabrikate von Westen, also nach der jeweiligen Schnittform bestickte Stoffbahnen, die dann entsprechend zugeschnitten werden konnten.
Die Ausstellung „Mode aus dem Rahmen“ im Bayerischen Nationalmuseum kann noch bis Ende 2016 besichtigt werden.





