Was wurde wirklich getragen, im Alltag, auf der Straße, im Haushalt, bei der Berufsarbeit oder den Urlaubsreisen? Und wie griffen die Nationalsozialisten in den Umgang mit Kleidung ein?
Zwar unterlag Mode auch während des Nationalsozialismus internationalen Einflüssen, jedoch verordneten die Nazis Spinnstoffsammlungen und Kleiderkarten. Schließlich diente Kleidung auch der Ideologie von “Volksgemeinschaft” und Rassismus: einerseits die Uniformen für Parteiorganisationen sowie Parteiabzeichen, als Signale der Zustimmung und Anpassung, andererseits die “Judensterne” als sichtbare textile Ausgrenzung.
Die Ausstellung fragt auch, inwieweit die Menschen tragen durften, was sie wollten. Beeinflusste das Regime die Auswahl und die Art der Kleidung? Deutlich wird, dass die Wirklichkeit vielschichtig war. Einerseits unterlag Mode auch während des Nationalsozialismus internationalen Einflüssen; der Glamour der Filme und ihrer Stars prägte die Träume. Andererseits waren Rohstoffe knapp und Textilien Mangelware, die Nazis verordneten Spinnstoffsammlungen und Kleiderkarten. In Textilindustrie und Kleidungsverhalten erprobte das NS-Regime “nationalsozialistische Geschmacksbildung” und Mangelbewirtschaftung.
Die Ausstellung präsentiert auf 600 Quadratmetern über 100 Originalkostüme und Fotos, Modegrafiken, Zeitschriften, Kinderbücher und Spielzeug zum Thema. Zu sehen sind Kleidung im Alltagsleben, die Uniformen des Bund Deutscher Mädel und der Hitlerjugend, aber auch die “Kluft” der widerspenstigen Jugendlichen, der Swings und der Edelweiß-Piraten. Die Spannweite der Exponate ist groß: Seidene Abendroben kontrastieren mit einfacher Berufsgarderobe und Kleidern der Notkultur.





