Leipzig erlebte nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 einen rasanten Aufstieg. Von wenigen Tausend vervielfachte sich die Einwohnerzahl zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf nahezu 590 000 Menschen. Das 1556 im Renaissancestil umgebaute Rathaus wurde für die notgedrungen ebenfalls wachsende Verwaltung zu eng. Statt es zu erweitern, entschied man sich für einen repräsentativen Neubau. Mit der Eröffnung des Neuen Rathauses 1905 konnte das Alte Rathaus einer neuen Bestimmung zugeführt werden: Nach Umbauten öffnete es 1909 als „Stadtgeschichtliches Museum“ seine Pforten. Mit seinen historischen Räumen war es von Beginn an das zentrale Exponat.
Nach umfangreichen Modernisierungen in den Jahren 2018 bis 2022 hat sich an diesem Umstand nichts geändert. Heute umfasst das Stadtgeschichtliche Museum neben dem Alten Rathaus noch acht weitere Häuser und Sammlungen, die über das Stadtgebiet verteilt sind.





