Die elf getäferten Historischen Zimmer im Landesmuseum Zürich wurden 1898 in der Absicht eingebaut, schweizerische Handwerkskunst und vorbildhafte Wohnkultur zu zeigen. Historische Zimmer sind Räume, die von ihrem originalen Standort in ein Museum transferiert und dort eingebaut wurden. So finden sich im Landesmuseum Zürich unter anderem Zimmer aus dem Kloster Fraumünster, dem Kloster Oetenbach, eine Prunkstube aus dem Palazzo Pestalozzi-Castelvetro aus Chiavenna, die Visitenstube aus der Rosenburg Stans, die Stube aus Schloss Wiggen oder eine rekonstruierte Klosterapotheke.
In der aktuellen Präsentation wird der Fokus auf die kunsthandwerklichen und erzählerischen Elemente der Zimmer gelegt. Die neue Lichtführung erhellt bisher Verborgenes: Amüsante Fabeln, weiße Elefanten, kecke Nackte und manch eindrücklicher Drache können in den gotischen Zimmern entdeckt werden. In den Renaissance- und Barockzimmern geht es vor allem um die Thematik Reichtum und Repräsentation. Im bürgerlichen Wohnen des 20. Jahrhunderts wird Reichtum und Ansehen nicht mehr über die Raumarchitektur, sondern vor allem mit den Möbeln ausgedrückt. Man leistete sich kunstvoll gefertigte Einzelstücke, edles Tropenholz oder schmückte sein Heim mit Design-Ikonen.
Die Ausstellung «Möbel & Räume Schweiz» macht deutlich, dass die Bedürfnisse der Menschen dieselben scheinen – ob im Mittelalter oder in der modernen Wohnung. Einzig die Möbel und Räume ändern und passen sich neuen Gegebenheiten an.





