Wenn es Jansen darum ging, die mit dem Mord an Theo van Gogh grell beleuchtete niederländische Islamistenszene und deren Sympathisantenumfeld, ohne welches Extreme nie existieren können, einer grundlegenden Kritik zu unterziehen, hätte es nahegelegen, nicht allein das überlieferte Mohammed-Bild anhand der klassischen Hauptquelle von Ibn Ischaq (gestorben 768) darzustellen, sondern vor allem dessen gegenwärtige, womöglich gewaltfördernde Rezeption anhand heutiger Zeugnisse konkret zu untersuchen. Dazu hätte sich etwa das Mohammed-Buch von Tariq Ramadan angeboten, in dem eine traditionalistische Orthodoxie sich, etwa zu Sexualnormen, hinter weichzeichnenden, beschönigend-pseudomodernisierenden Formulierungen versteckt bzw. allzu Skandalöses, wie Meuchelmord oder Pädosexualität, durch Unterdrücken bzw. irreführende Verharmlosung neutralisiert werden soll.
Rezension: Richter-Bernburg, Lutz





