Kritisch zu befragen ist allerdings Nagels These, das pseudohistorische, totalisierende Mohammed-Idealbild habe eine überwältigende geschichtliche Prägekraft für die kollektive wie für die individuelle Identität und für das Selbstwertgefühl der Muslime gehabt. Dies führt unmittelbar in die mit den unterschiedlichsten Konflikten belastete Gegenwart. Denn zum anhaltenden Missverhältnis muslimischer Mehrheitsgesellschaften zu einer „nicht vom Islam geschaffenen Moderne“ (Nagel) haben massiv auch militärisch-politische und soziokulturelle Faktoren und Akteure beigetragen, die in den letzten zwei Jahrhunderten von außen auf diese Gesellschaften eingewirkt haben.
Rezension: Richter-Bernburg, Lutz





