An Dramatik lässt die Szenerie nichts zu wünschen übrig. Im Schlachtgetümmel sehen sich Alexander, der jugendliche König der Makedonen (im Bild links), und der persische Großkönig Dareios III. (380–330 v. Chr., Mitte rechts) direkt in die Augen. Das Mosaikbild hält den Moment von Alexanders Triumph fest: Dareios wirft noch einen letzten Blick zurück auf den Feind, während er mit dem bereits gewendeten Streitwagen die Flucht ergreift. Der Makedone trägt einen Umhang über dem Brustpanzer, dekoriert mit dem Kopf der Medusa als Symbol der Abschreckung. Die Wunderwaffe seiner Infanteristen waren fünf Meter lange Lanzen, an denen die Angriffsformationen der stark überlegenen Perser immer wieder scheiterten.
Nur: Welche Schlacht dargestellt wird, darüber sind sich Altertumsforscher bis heute uneins. Beide Armeen trafen zweimal aufeinander: Bei Issos (333 v. Chr.) und zwei Jahre später in Gaugamela. Am häufigsten genannt wird Issos, doch spricht auch einiges für Gaugamela: Dort hatte Dareios seine zweite und letzte Niederlage erlitten, bevor er kurz danach starb; der Mosaikkünstler hat ihm das Entsetzen buchstäblich ins Gesicht gestanzt. Als eher unwahrscheinlich gilt die These von einer idealisierten Darstellung des siegreichen makedonischen Feldherrn.





