Die ersten Zeugnisse der jüdischen Geldgeschichte sind die sogenannten Yehud-Münzen, die ab dem frühen 4. Jahrhundert v. Chr. unter persischer Oberhoheit sowie unter der anschließenden Herrschaft der ptolemäischen Könige entstanden. Ihre Ausprägung erfolgte zum Teil unter Aufsicht der priesterlichen Autoritäten des Tempels in Jerusalem und kann vermutlich mit der jüdischen Kopfsteuer in Verbindung gebracht werden, die jährlich an den Tempel in Jerusalem entrichtet werden musste.
Nach dem fünften Syrischen Krieg (202-195 v. Chr.) gelangte Judäa unter die Herrschaft der seleukidischen Könige, die von Syrien aus regierten. Unter ihnen setzte eine zunehmende Hellenisierung der jüdischen Gesellschaft ein, die zu Spannungen mit dem orthodoxen Judentum führte und schließlich in den sogenannten Makkabäeraufstand mündete. Mit ihm und mit der Niederlage der griechischen Fraktion wurde das Fundament der hasmonäischen Herrscherdynastie gelegt. Die Münzmotive der Hasmonäer hatten auf das jüdische Bilderverbot Rücksicht zu nehmen. Auf diese Weise ist das völlige Fehlen von Herrscherporträts zu erklären.
Herodes der Große und seine Nachfolger
Mit der Einnahme Jerusalems 37 v. Chr. begann die fast 33 Jahre währende Alleinherrschaft von Herodes dem Großen. Unter Herodes, der als „verbündeter König und Freund des römischen Volkes“ regierte, vollzog sich die bewusste Einbettung seines Reiches in die politische Struktur und Hierarchie der neuen römischen Weltordnung, was auch in Herodes‘ Münzprägung deutlich zum Ausdruck kommt.
Nach dem Tod von Herodes dem Großen im Jahre 4. v. Chr. ging die Herrschaft auf seine Söhne über, die von Kaiser Augustus in einzelnen Teilgebieten als Regenten eingesetzt wurden. Erst der Enkel des Herodes, Herodes Agrippa I., und dessen Sohn Agrippa II. geboten wieder über ein jüdisches Großreich, standen jedoch gleichfalls in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu Rom. Die Münzprägungen all dieser Herrscher weichen teils deutlich voneinander ab, orientieren sich bei der Bilderwahl an Vorlagen der hellenistischen und römischen Münzprägung und nahmen nur dort auf das Bilderverbot Rücksicht, wo es politisch geboten schien. Auch die römischen Präfekten und Prokuratoren übten eine eigene Münzprägung aus, wobei sie gleichfalls das Bilderverbot beachteten.
Der erste Jüdische Krieg
Unter Herodes Agrippa II. (53 – 100 n. Chr.), dem letzten Vertreter der herodianischen Dynastie, brach in der jüdischen Gesellschaft ein interner politischer Machtkampf zwischen den verschiedenen religiösen Parteien aus, der zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen führte. Gleichzeitig kam es aufgrund von ungerechtfertigten Steuerforderungen zu Differenzen mit Rom, und als der römische Prokurator Gessius Florus den Tempelschatz plünderte, brach ein Aufstand aus (66-70 n. Chr), der von Kaiser Vespasian und seinem Sohn Titus schließlich blutig niedergeschlagen wurde.





