Das illustrierte Flugblatt als Verbindung von Text und Bild ist die bedeutendste Form frühneuzeitlicher Bildpublizistik. Die Vorteile der Flugblätter bestanden in den relativ geringen Druckkosten, der Einprägsamkeit durch die Verbindung von Bild, Text und sogar Ton im Falle von Liedtexten, und der Schnelligkeit, mit der man auf aktuelle Ereignisse reagieren konnte. Dadurch waren sie das Multimedium der Frühen Neuzeit. Es konnte unterschiedlichen Zwecken dienen: als Propagandamittel in politischen und konfessionellen Streitigkeiten, als Informationsmedium zu außergewöhnlichen Ereignissen, als moralische und religiöse Orientierungshilfe, oder als Werbung, etwa für das fahrende Volk. Die Bilder dienten als Blickfang und gaben auch Analphabeten Hilfestellung zum Verständnis des Blattes.
Die präsentierten Flugblätter, einige davon Unikate, thematisieren unterschiedliche Bereiche: beispielsweise politisch den Dreißigjährigen Krieg, moralsatirisch die Trunksucht oder besondere Ereignisse wie Kometen.
Der Bestand wurde in Kooperation mit der Universität Otto-von-Guericke Magdeburg wissenschaftlich erschlossen; in der Reihe Magdeburger Museumshefte erscheint eine Publikation der Sammlung im Sonderformat, in der auf Grundlage der aktuellen Forschung die Blätter kultur-, literatur-, mediengeschichtlich und ikonographisch kommentiert werden.





