Der wertvolle Beschreibstoff, das beschriftete Pergament, konnte wiederverwendet werden. Zahlreiche liturgische Bücher wurden in ihre einzelnen Blätter zerlegt, makuliert und beschnitten, um sie als günstiges Einbandmaterial wieder zu gebrauchen.
Die Ausstellung nimmt die verschiedenen Entwicklungsstufen dieser Fragmente von der liturgischen Handschrift, der Einbandmakulatur bis zum Forschungs- und Restaurierungsobjekt in den Blick und entführt in die Welt klösterlicher Musik im Mittelalter.
Auch Salemer Handschriften ereilte das Schicksal, auf Einbänden „modernerer“ Bücher, vor allem Archivalien und Rechnungsbüchern, wiederverwendet zu werden. Die rund 30–40 000 Bände der Bibliothek des Zisterzienserklosters Salem, darunter rund 450 Handschriften, kamen 1824 bis 1827 an die Universität Heidelberg. Während der Großteil der Bücher in den Hauptbestand der Universitätsbibliothek eingegliedert wurde, blieben die Handschriften als geschlossener Fond in der Obhut der Universität. Als man später Akten und Archivalien an das Generallandesarchiv Karlsruhe übergab, verblieben die abgelösten Umschläge – Fragmente mittelalterlicher Schriften und Notenblätter – in Heidelberg. Einige dieser Salemer Fragmente kommen nun wieder auf Zeit zurück nach Salem und werden erstmals öffentlich präsentiert.





